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Markt Rattelsdorf  |  E-Mail: info@markt-rattelsdorf.de  |  Online: http://www.markt-rattelsdorf.de

Die Geschichte von Rattelsdorf

Alte Ansicht des Ortsbilds von Rattelsdorf

Im Itzgrund, an der Bundesstraße 4 Bamberg ­Coburg, 16 Kilometer von Bamberg entfernt, liegt die Marktgemeinde Rattelsdorf, ein ehemaliger Klosterhof der 1803 säkularisierten Bamberger Abtei St. Michael. 
  

Rattelsdorf ist eine fränkische Gründung des 7. Jahrhunderts und kann auf eine 1375-jährige Geschichte zurückblicken. Den Ortsnamen soll Rattelsdorf von einem thüringischen Herzog namens Ratolf bekommen haben, der auf dem Felsplateau über der Itz ein CasteIl errichtete, das die Wenden und Slawen von "Ratolfestorf" abhielt und als Schutz für die damalige Bevölkerung diente. Urkundlich erwähnt wurde der Ort "Ratolfestor" zum ersten Mal im Jahre 783 und am 3. Februar 800 n. Chr.

 

Das Adelsgeschlecht der Edlen von Rattelsdorf lebte nachweislich bis ins Jahr 1231 im Castell, welches hauptsächlich als Wohnsitz genutzt wurde.  Am 11. Mai 1015 erwarb der hl. Kaiser Heinrich II. "Ratolfestorf" für das Bistum Bamberg, das schon im Jahre 783 Haupthof des Benediktinerklosters Fulda war. Bereits zwei Jahre später ging es in den Besitz der Benediktinerabtei St. Michael in Bamberg über. Mutterpfarrei von Rattelsdorf war einst Altenbanz.

 

Alte Ansicht von Rattelsdorf aus der Luft 

Territorial gehörte Rattelsdorf zum Hochstift Bamberg, kirchlich zur Diözese Würzburg. Das Kloster Michelsberg hatte zuerst das Patronatsrecht über die Pfarrei, später ging dieses Recht an das Hochstift über und dem Kloster verblieb das Präsentationsrecht. Im Jahre 1447 wurde ein Frühmessbenefizium gestiftet, das 1592 mit der Pfarrpfründe vereinigt wurde. 

 

"Nach der unglücklichen Schlacht bei Breitenfeld am 17. September 1631 und der Eroberung der Grenzfeste Königshofen am 10. Oktober drangen die Schweden durch den Baunachsgrund vor und erschienen bereits am 23. November in Rattelsdorf." (laut Chronik der Nonne Maria Anna Junius).

 

Alte Ansicht des MarktplatzesDie Schweden plünderten später das Kloster und brannten es unter der Führung des schwedischen Generalmajors Hanns Christoph von Königsmark bis auf die Grundmauern nieder. Die Kirche wurde nur leicht beschädigt. Darf man einzelnen Niederschriften glauben schenken, so wurde damals ein großer Teil von Rattelsdorf zerstört. Es folgten schwere Jahre für Rattelsdorf. Im Türken­ und Franzosenkrieg, im spanischen Erbfolgekrieg und in den preußischen Kriegen bis ins Jahre 1763 diente der Ort immer wieder als Unterkunft für Soldaten einzelner Regimente.

Alte Ansicht des Bahnhofs 

In den Jahren 1773/74 wurde das Kloster wieder errichtet und diente als Sommersitz des Prälaten und seiner Gefolgschaft, wie auch zur Wohnung der beiden Klostergeistlichen, welche ständigen Sitz in Rattelsdorf hatten. Rattelsdorf, das 800 Jahre im Besitz der Bamberger Benediktinerabtei St. Michelsberg gewesen war, fiel im Jahre 1803, nach dem berühmten Reichsdeputationshauptschluß zu Regensburg, an das neugegründete Königreich Bayern. 1810 bis 1866 diente das Kloster als Rentamt. Zwischen dem ehemaligen Klostersamt und dem Pfarrhaus steht die Kirche, deren älteste Teile noch aus dem 13. Jahrhundert stammen. Sie wurde im 30-jährigen Krieg am Dach beschädigt. Im Jahre 1747 wurde unter dem Pfarrer Christoph Jäger der Dachstuhl ganz neu errichtet. Zudem erhielt die Kirche eine neue Decke mit Gemälden, welche die unbefleckte Empfängnis darstellen. 

 

Ebenso ließ Pfarrer Christoph Jäger das jetzige Pfarrhaus (1770/71) errichten. Er erwarb zudem "den Stein", der beim Bau der Seesbrücke in Bamberg übrig geblieben war und ließ daraus im Jahre 1745 von dem berühmten Bildhauer Ferdinand Tietz eine Marienstatue anfertigen, die heute noch auf dem Rattelsdorfer Marktplatz zu bewundern ist.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Marienstatue

 

Kirche, Pfarrhaus und Klosteramt stehen dort, wo einst die Burg errichtet war. Sie waren als Wehranlage konzipiert und hatten die Schutzfunktion der Burg zu übernehmen. Große Teile der nördlichen Wehrmauer zum Itzgrund sind heute noch erhalten. 

 

Für den Ort sind seit dem 20. April 1667 Märkte urkundlich nachweisbar und bald darauf auch die Amtsbezeichnung Markt. Der Marktplatz, auf dem heute noch der Jacobimarkt einmal im Jahr abgehalten wird, weist eine geschlossene Bebauung auf. Im Norden ist der Platz durch die aufsteigende Bromberger Gasse geöffnet und zugleich in verschiedene Niveauebenen gegliedert. Die kurze südliche Platzfassade zeigt eine Reihe von Traufseithäusern die zum Teil mit Fachwerk errichtet wurden.

 

Vor dieser Hauszeile, inmitten einer kleinen Grünanlage, steht die von Ferdinand Tietz angefertigte Muttergottesstatue. Die Ostseite setzt sich aus einer Gruppe von giebelständigen und traufseitigen Bauernhäusern idyllisch zusammen. An der Westseite ist die Bebauung aufgelockerter und leitet im Norden auf den ehemaligen Klosterhofbereich über. Die Turmspitzen vom spätmittelalterlichen Torturm mit barocker Kuppel und Pfarrkirche, die vom Marktplatz aus gut zu sehen sind, ist nur einer der typischen Blickfänge von der Gemeinde Rattelsdorf.

Alte Ansicht des Marktplatzes

 

Die beiden Weltkriege veränderten kaum das Ortsbild und die bäuerliche Struktur der Gemeinde. Die Einwohnerzahl stieg von 945 im Jahre 1840 auf 2167 im Jahre 1997. Im Vollzug der landesrechtlichen Vorschriften über die Gemeindegebietsreform wurden aus den Ortschaften Rattelsdorf, Ebing, Höfen und Höfenneusig, Freudeneck, Helfenroth, Zaugendorf, Medlitz, Speiersberg, Hilkersdorf, Mürsbach, Busendorf und Poppendorf die neue Einheitsgemeinde "Markt Rattelsdorf" gebildet.

 

Die Gebietsreform wurde am 1. Mai 1978 abgeschlossen. Die Einwohnerzahl der jetzt bestehenden Gemeinde beträgt 4634 (Stand 28.02.2015).

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